Die Kranz'sche Sippe
  Bekannte "Kränze"
 
Hier habe ich einige Kränze aufgeführt, über die ich im Internet "gestolpert" bin:

  • Kranz, Paul (1866 – 1920), Missionar

*13.3.1866 in Gutenberg bei Halle als Sohn des dortigen Pfarrers. Theologiestudium seit WS 1884/85 in Berlin, Leipzig, Halle, Tübingen, Greifswald. Nach seiner Vikarzeit in Grävenwiesbach im Hintertaunus (Landeskirche Nassau) bewirbt er sich beim AEPM und wird im Aug. 1892 als zweiter Chinamissionar des Allgemeinen Evangelisch-Protestantischen Missionsvereins nach Shanghai geschickt, wo er am 3.10. eintrifft. Einen Monat später, am 9.11.1892, wird die „Deutsche Evangelische Gemeinde“ Shanghais gegründet und Kranz nimmt auch das Pfarramt wahr, allerdings nur bis April 1894. (Nachfolger: Hackmann). Im März 1894 heiratet er eine Engländerin, Miss Emma Algar, eine Waise, Pflegetochter des (unverheirateten) Herrn Clark, Herausgeber der Zeitung „Shanghai Mercury Post“ (Emma Algar stammt angeblich aus Quebec. Vier Kinder aus dieser Ehe.) Als Faber im Jahre 1898 die neue Station Tsingtau wegen Erkrankung für eine Zeitlang verläßt, vertritt Kranz ihn dort für einige Monate. Wegen Bekenntnisdifferenzen und Ablehnung der Missionsmethode des AEPM tritt Kranz 1902 aus der Mission aus, bleibt aber zunächst in Shanghai. Er missioniert weiter privat mit geldlicher Unterstützung seiner reichen Mutter Clara Herms. Am 10.3.1906 begibt er sich auf der „Prinzess Alice“ über Genua zu einem Urlaub in Deutschland. Im Jahre 1910 verläßt er mit der Familie endgültig Shanghai und kehrt, über Sibirien, nach Deutschland zurück, wohnt in Bielefeld. Ein Grund war, den Kindern eine bessere Schulausbildung zu bieten, und andererseits war bei Frau Emma Kranz eine Ohrenoperation erforderlich, die an der Uni-Klinik in Hamburg durchgeführt wurde. – Pfarrer Kranz ist am 2.4.1920 in Wolmirstedt gestorben. Er hat zahlreiche Schriften auf deutsch, englisch und chinesisch publiziert. Vier Kinder:

1) Margarete, * 2.4.1896 in Shanghai

2) Theodor, * 16.2.1898 in Shanghai

3) Berthold, * 13.8.1899 in Kuling

4) Hedwig, * 4.4.1903 in Shanghai

Quelle: http://www.zentralarchiv-speyer.de/fileadmin/user_upload/werke/zentralarchiv/dateien/arc_Missionars-Biographien_01.pdf

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  • Kranz, Paul O.H. (1888 – 1967), Maschinistenmaat u. Elektroingenieur

Geboren in Sabes, Kr. Pyritz (Hinterpommern) am 7. 1. 1888;  gestorben in Hamburg 24.12.1967.

Kam im Herbst 1912 nach Tsingtau und war als Maschinistenmaat im Artilleriedepot tätig. Bei der Belagerung ab August 1914 war er mit Reparaturen an verschiedenen Stellen beschäftigt,  u.a. bei den Batterien auf Hui Tschüen Huk, von denen eine beschädigt worden war. Zum Schluß war er im Infanteriewerk III  tätig. In japan. Gefangenschaft war er zunächst im Lager Fukuoka, dann in Oita, am Ende in Narashino. Als Heimatort hatte er Stettin angegeben. Entlassung im Dezember 1919. Blieb zunächst in Japan, Ende 1920 wurde er für eine Arbeit in Niederländisch-Indien angeworben, wo er Januar 1921 eintraf. Er wurde dort Beamter und arbeitete als Elektroingenieur im Amt für Wasserkraft und Elektrizität von Bandoeng, Wasserkraftwerk Lamatjan (etwa 75 km südlich von Bandoeng). Am 8.1.1924 heiratet er in Bandoeng Johanna Berkhahn. Von 1930 bis 10.5.1940 war er verantwortlich für die Elektrizitätsversorgung der Hauptstadt Batavia. Im Verzeichnis von 1935 wird als seine Adresse angegeben: Koningsplein O. 19, Batavia-Centrum. Am 10.5.1940 kam die Internierung und im Dezember 1941 der Abtransport nach Britisch Indien. Dez. 1946 Entlassung aus dem Internierungslager und Niederlassung in Hamburg, wo er bis zur Pensionierung im Jahre 1953 als Lehrmeister arbeitete.

 Paul Otto Hermann Kranz war seit 1924 verheiratet mit Johanna Berkhahn. Sie ist geboren in Berlin am 18.3.1888;  gestorben in Hamburg-Altona am 15.3.1962.   Im Juli 1941 verließ sie mit ihren 3 Kindern Niederl.-Indien und wählte als Aufenthaltsort Tsingtau, weil ihr Mann dort vor 1914 stationiert gewesen war. 1943 zog sie mit den Kindern weiter nach Tientsin, weil an der dortigen deutschen Schule eine Klasse bis zum Abitur geführt werden sollte. Im Juni 1946 mit den 3 Kindern Rücktransport nach Deutschland auf der „Marine Robin“, sie zieht nach Hamburg  und  wenige Monate später trifft auch ihr Mann dort ein. Das Paar hatte 3 Kinder:

 1) Karl, geb. 6.7.1925 beim Wasserkraftwerk Lamatjan, N.I.  Wanderte 1952 nach Australien aus. Lebt jetzt in Canberra.

2) Anneliese, geb. 2.8.1926 beim Wasserkraftwerk Lamatjan, N.I.   Verheiratet mit Fred Mittag aus Hankou. Beide leben jetzt in Hamburg.

3) Heinrich-August, geb. 2.7.1928 in Bandoeng, N.I.  Lebt in Hamburg.

Quelle: http://www.tsingtau.org/kranz-paul-oh-1888-1967-maschinistenmaat-u-elektroingenieur/
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  • Kranz, Walther (1884-1960), Klassischer Philologe
*23.11.1884 Georgsmarienhütte bei Osnabrück, 18.9.1960 Bonn. (evangelisch)
 
Vater: Friedrich (* 1859), aus Nordhausen, Buchhalter; Mutter: Margaretha Pflug; Erna Landauer.
Nach Besuch des Bismarck-Gymnasiums in Berlin-Wilmersdorf studierte er 1903-04 in Göttingen und 1904-07 in Berlin bei Wilamowitz-Moellendorff klassische Philologie, außerdem Archäologie und Germanistik. 1910 wurde er mit der Arbeit „De forma stasimi“ promoviert. Nach dem Vorbereitungsdienst war er seit 1909 am Berliner Mommsengymnasium, 1918-28 am Grunewaldgymnasium tätig; im 1. Weltkrieg, aus dem er bereits 1915 heimkehrte, war er schwer verwundet worden. 1928 wurde er Direktor von Schulpforta, 1932 Honorarprofessor für Didaktik der alten Sprachen in Halle. Durch die Nationalsozialisten wurde K. seines Rektorats enthoben und kam als Studienrat an die lateinische Hauptschule der Franckeschen Stiftungen in Halle; 1937 wurde er in den Ruhestand versetzt und emigrierte in die Türkei. Dort war er 1943-50 Professor für Geschichte der Philosophie und der klassischen Philologie an der Universität Istanbul. Nach seiner Rückkehr lehrte er 1950-55 als Honorarprofessor für Didaktik der alten Sprachen an der Universität Bonn.

Quelle: Gerhard, "Kranz, Walther" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 674 f. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd116381280.html
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  • Kranz, Herbert (1891-1973), Schriftsteller
*4.10.1891 Nordhausen (Harz) als Sohn des Kaufmanns Friedrich Hermann Kranz und dessen Frau Sophie Louise Margarethe Pflug; 30.8.1973 Braunschweig

1910-14 studiert er Germanistik, Philosophie und Geschichte in Berlin und Leipzig, bevor er 1914 als Kriegsfreiwilliger in das sächsische Infanterie-Regiment 106 eintritt. 1916 wird er im Rang eines Leutnants der Reserve krankheitsbedingt aus dem Heeresdienst entlassen. Im August dieses Jahres heiratet er die aus Braunschweig stammende Ulrike Reck, die er bereits aus seiner Wandervogelzeit kannte. Er ist zunächst arbeitslos und schlägt sich dann mit verschiedenen Beschäftigungen durch, u.a. bei einer Feuerversicherung. 1918 findet er eine Anstellung als wissenschaftliche Hilfskraft beim Jugendamt der Stadt Frankfurt am Main. Hier arbeitet er vor allem in der Fürsorge und ist für jugendliche Obdachlose zuständig. Parallel zu dieser Tätigkeit unternimmt Herbert Kranz erste schriftstellerische Versuche und nimmt mehrere expressionistische Dramen in Angriff. 07/1919 Geburt des Sohnes Peter, 02/1921 Geburt der Tochter Marianne.

1930 wird er zum Professor für Deutsch an der Pädagogischen Akademie in Halle a. d. Saale berufen und 1934 promoviert er zum Dr. phil., wobei seine Doktorarbeit bereits am 22.2.1916 von der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig angenommen worden war, aber erst jetzt im Druck erscheint. Er findet eine Anstellung als Lokalredakteur bei der "Frankfurter Zeitung". Daneben arbeitet er für die Zeitschrift "Das illustrierte Blatt/Frankfurter Illustrierte" sowie als freier Schriftsteller. Am 31.8.1943 wird die "Frankfurter Zeitung" eingestellt - er zieht sich nach Vachendorf (Kreis Traunstein/Oberbayern) zurück. Der "Reichsverband der deutschen Presse" leitet gegen ihn ein Berufsverfahren "auf Grund des negativen Gutachtens ... bezüglich ... (seiner) politischen Zuverlässigkeit" ein. Die Berufsausübung wird ihm ausdrücklich untersagt. Daraufhin wird seine Stelle bei der "Frankfurter Societäts-Druckerei", die das "Illustrierte Blatt" herausgibt, gekündigt. Ab 1945 ist er als freier Schriftsteller tätig - sein Wohnsitz bleibt Vachendorf. 1950 zieht er nach Stuttgart-Gerlingen, 1952 nach Gebersheim bei Leonberg (Württemberg), ab 1970 Ruhestand in Königstein im Taunus.

Quelle: Georg Kranz, www.herbert-kranz.de
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  • Kranz, Bernhard (1913-2005), Offizier der Wehrmacht
*26.12.1913 in Quernheim, † 26.2.2005 in Bickenbach

Hauptmann der Reserve im Jäger-Regiment 83, ausgezeichnet u.a. mit der Nahkampfspange in Gold, dem Deutschen Kreuz und dem Ritterkreuz

Er verfasste 2 Bücher über das Jäger-Regiment 83:

Jg.R. 83
- Gedenkbuch der Hirschberger Jäger zu Ehren des Jäger-Regiments 83, Selbstverlag - Bad Salzuflen - 1979 - 171 S.
Jg.R. 83 - Geschichte der Hirschberger Jäger 1920-1945/Vom Jäger-Bataillon des 7. (Pr.) Infanterie-Regiments zum Jäger-Regiment 83, Hrsg. Kameradschaft ehem. Hirschberger Jäger - Bad Salzuflen - 1975 - 783 S.

Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Bernhard_Kranz
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  • Kranz, Gisbert (1921-2009), Schriftsteller

*9.2.1921 in  Essen-Steele, Pseudonym: Kris Tanzberg, † 3.10.2009 in Aachen war ein deutscher Schriftsteller, Literaturwissenschaftler, Biograph, Pädagoge und römisch-katholischer Theologe.

Gisbert Kranz war der älteste von vier Söhnen eines Kaufmanns, der in Steele an der Ruhr (seit 1929 ein Stadtteil von Essen) ein Eisenwarengeschäft führte. Er besuchte das Carl-Humann-Gymnasium in Essen-Steele, an dem er 1939 das Abitur ablegte. Nach dem Reichsarbeitsdienst studierte er von 1939 bis 1941 Katholische Theologie in Paderborn und Bonn. Im März 1941 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und wurde mehrmals verwundet. Im Herbst 1944 geriet er in britische Kriegsgefangenschaft, aus der er im April 1947 entlassen wurde.
Von 1947 bis 1950 studierte Kranz in Bonn Germanistik,Anglistik, Theologie und Geschichte. Mit einer Dissertation über Ernst Jünger wurde er 1950 zum Dr. phil. promoviert. Anschließend arbeitete er als Gymnasiallehrer in Gelsenkirchen, Castrop-Rauxel, Marl und Paderborn. 1965 wechselte er nach Aachen, wo er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1978 als Oberstudienrat tätig war.

Gisbert Kranz ist Autor von mehr als 50 Büchern. Unter dem Pseudonym Kris Tanzberg gab er einige Bände mit eigenen Gedichten heraus. Viele seiner Bücher wurden übersetzt, u.a. ins Englische, ins Tschechische und Slowakische, ins Niederländische, ins Dänische und ins Rumänische. Er rezensierte Hunderte von literarischen und literaturwissenschaftlichen Werken und veröffentlichte zahlreiche Beiträge zur Didaktik des Literaturunterrichtes an Gymnasien.

Kranz war verheiratet und Vater von vier Kindern: Ursula, Anna, Margarita und Winfried. Bis zu seinem Tod lebte Gisbert Kranz in Aachen.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gisbert_Kranz
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  • Krantz, Albert (1448 - 7.12.1517), Schulmann und Historiker
* 1448 in Hamburg (Sohn von Eggert Krantz und Margretha Hovemann), † 7.12.1517 in Hamburg;

Er besuchte nach dem Besuch der Hamburger Domschule 1463 die Universität Rostock (1465 Baccalaureus, 1467 Magister, 1480 Professor, 1481-86 Dekan der Artistenfakultät) und wurde 1482 dort zum Rektor gewählt. 1483 nahm er an der Graböffnung seines Namenspatrons Albertus Magnus in Köln teil und traf dabei auch mit Konrad Celtis zusammen.

1486-91 war er Syndicus in Lübeck und unterstützte dort den Syndicus Johannes Osthusen - 1491 ging er nach Mainz (Doktorgrad im Kanonischen Recht) und beendete 1493 in Perugia sein Studium (Dr. theol.).

Seit Mai 1493 lector primarius am Hamburger Dom, gleichzeitig als Syndicus für Lübeck, Hamburg und Beauftragter der Hanse tätig, verfasste er in den folgenden Jahren philosophische und theologische Schriften. 1496/97 beriet er als Senatssyndicus den Hamburger Bürgermeister Hermann Langenbeck gemeinsam mit dem Lübecker Syndicus Mattheus Packebusch bei der Überarbeitung des Stadtrechts (Stadtbuch), das 1497 Gesetzeskraft erlangte. Der Streit des Rates mit dem Domkapitel in Hamburg unterbrach seine diplomatische Tätigkeit, ebenso bedingte das Interdikt eine Pause in der Lektur, die er zur Abfassung einer umfassenden Geschichte des norddeutsch-hansischen Gesamtraumes in sechs Büchern nutzte (1500-02, mit Nachträgen bis 1504/09). 1503 vermittelte er gemeinsam mit dem Schleswiger Herzog Friedrich unter Leitung des Bischofs und päpstlichen Gesandten Raimund Peraudi den Vertrag zwischen den mit Sten Sture d. Ä. verbündeten sechs wendischen Städten unter Führung Lübecks und Johann I. von Dänemark.

Die postum gedruckten Werke Wandalia (Köln 1519), Saxonia (Köln 1520), Chronica regnorum aquilonarium [Dania, Suecia, Norvagia] (dt. 1545, lat. Straßburg 1546) und Metropolis (Basel 1548) vereinen die Betrachtungsweise des überlegenen hansischen Diplomaten, des durch italienische Vorbilder geprägten Humanisten sowie des reformwilligen, aber konservativen Theologen. Auch nach der Wahl zum Domdekan in Hamburg 1508 amtierte Krantz dort als Syndicus bis zu seinem Tod.

https://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Krantz_(Theologe)
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  • Kranz, Gottlob (1660-1733), Schulmann und Historiker
* 24. Febr. 1660 in Haugsdorf bei Lauban (Oberlausitz), den 25. Decbr. 1733 in Breslau. Sohn eines lutherischen Pfarrers suchte er seine erste wissenschaftliche Vorbereitung in Lauban, machte dann aber seine akademischen Studien in Helmstädt und Leipzig (hier besonders der Rechtswissenschaft zugewandt) und wurde 1684 vom Herzoge Sylvius Friedrich an die neu errichtete Classis selecta in Oels berufen. Aber bereits 1685 trat er als zweiter Präceptor in das Elisabeth-Gymnasium zu Breslau ein, wurde 1688 Quintus, 1700 Prorector, wie er auch als Bibliothekar dieser Anstalt diente. 1709 erhielt er die Inspektion der übrigen evangelischen Schulen der Stadt. Die Akademie der Wissenschaften in Berlin nahm ihn unter ihre Mitglieder auf. Er galt als tüchtiger Historiker, der nur nicht immer unparteiisch zu sein schien; in seiner kirchlichen Richtung hielt er entschieden zu Wittenberg und war deshalb ein Gegner des Thomasius wie der Pietisten. Als Christian Wolff 1705 dritter Professor an dem Elisabethanum werden sollte, widersetzte sich K. der Anstellung des noch jungen Mannes, der doch in dieser Anstalt seine historischen Vorträge gehört hatte, weil er in ihm einen kühneren Denker scheute. — K. hat geschrieben: "Memorabilia Bibliothecae publicae Elisabeth. Vratisl." (1699, 4.); "Compendium historiae civilis"(1709), das mehrmals später mit Fortsetzungen erschienen ist, und zahlreiche Schulprogramme. Auch Conring's Commentarii de scriptoribus XVI post Ch. n. saeculorum sind von ihm mit Erläuterungen und Zusätzen (1727) herausgegeben worden. Dagegen ist seine "Historia ecclesiastiea" erst nach seinem Tode (1736) von Gemeinhard besorgt erschienen.

Quelle: Kämmel, Heinrich, "Kranz, Gottlob" in: Allgemeine Deutsche Biographie 17 (1883), S. 44-45 [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd123880548.html?anchor=adb
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  • Kranz, Kurt (1910-1997), Maler und Grafiker

* 3.5.1910 in Emmerich, † 22.8.1997 in Wedel. Er machte von 1925 bis 1930 zunächst eine Lehre als Lithograph in Bielefeld und studierte anschließend am Bauhaus in Dessau und dann in Berlin. Danach arbeitete er als Gebrauchs-graphiker und freier Maler in Berlin. Im Krieg wurde er als Soldat in Finnland eingesetzt. Er kehrte erst 1946 nach Berlin zurück. 1950 erhielt er einen Ruf an die Hochschule für bildende Künste Hamburg und wirkte dort bis 1972. Gastdozenturen führten ihn nach Amerika und Japan, unter anderem an dieHarvard University in Cambridge/USA. Nach seiner Emeritierung lebte und arbeitete er auf einem ehemaligen Bauernhof in der Provence in Frankreich.
Kurt Kranz galt als einer der letzten wichtigen Bauhausschüler und fühlte sich dessen Ideen zeitlebens verpflichtet. Hier hatte er sich Anregungen für seine vorausgreifenden und wegbereitenden Impulse zur seriellen Kunst geholt und weiterentwickelt. Er vertrat den Standpunkt, dass schöpferische und wissenschaftliche Arbeit einander nicht ausschließen und dass auch die Kunst eine Forschungsdisziplin sein kann. Bei Klee, dessen „Pädagogisches Skizzenbuch“ er sich schon 1929 angeschafft hatte, sah er den Rückgriff der Kunst auf die Muster der Natur, eine Erfahrung, die sich noch in seiner „Ammoniten“-Bildserie von 1975 spiegelt, in der die zentrifugale Kraft der Spiralform erprobt und in wechselnden Form- und Farbkonstellationen durchgespielt wird. Bei Peterhans hatte er sich den Anstoß geholt, frei und frech auf dem Gebiet der Photographie und Photomontage zu experimentieren. Obwohl man in diesen Montagen und Collagen der frühen dreißiger Jahre sehr deutlich das Umfeld der Zeitgenossen von Max Ernst bis zu Hannah Höch und nicht zuletzt auch die kühnen Bildfindungen der Bauhaus-Photographie mitsieht, hatten gerade diese Arbeiten von Kranz auch später noch den Reiz des ganz Neuen.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Kranz
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  • Kranz, Julius Carl (1858-1945), Mathematiker und Physiker

* 2.1.1858 Hohebach, † 11.12.1945 Esslingen am Neckar, Stuttgart 1891 Klara Grub

Dr. phil., Dr. h.c. mult, Ordentlicher Professor an der Technischen Hochschule Berlin, Geheimer Regierungsrat - gilt als einer der Begründer der modernen Ballistik in Deutschland.

Er wurde als Sohn des Pfarrers Carl Hermann Cranz und und dessen Frau Marie Ant. Magda Kraus geboren und besuchte die evangelisch-theologischen Seminare in Kloster Schönthal und Urach. Als Stipendiat des evangelisch-theologischen Stiftes in Tübingen studierte er 1877-79 Theologie und Philologie und ab 1879 in Berlin und Tübingen Mathematik und Naturwissenschaften - 1883 promovierte er über ein Thema der Ballistik. Danach war er als Oberrealschullehrer und Versicherungsmathematiker tätig; außerdem war er von 1884-1903 Privatdozent für Mathematik und Mechanik an der TH Stuttgart. 1903 wurde er an die Militärakademie (MTA) in Berlin berufen, um dort das erste theoretisch und experimentell arbeitende ballistische Forschungszentrum der Welt aufzubauen.

Von 1929-35 ist er Ordentlicher Professor für Technische Physik an der TH Berlin und von 1935-37 Wissenschaftlicher Berater der chinesischen Regierung in Nanking.

Die Arbeiten Carl Cranz' und seiner Mitarbeiter führten weit über den Stand der Kenntnisse und Erfahrungen hinaus, der bis dahin in der Ballistik erreicht worden war. Carl Cranz vertiefte und erweiterte die theoretischen Ansätze der Ballistik und entwickelte gleichzeitig zahlreiche neue Verfahren zur physikalischen Messtechnik.

Schon vor 1914 erkannte er die Bedeutung von Überschall-Windkanälen, und in den 20er Jahren begann er bereits mit Arbeiten über Raketenantriebe.

Quelle: http://www.ccg-ev.de/index.php?id=39 und https://www.deutsche-biographie.de/sfz8895.html#ndbcontent
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  • Kranz, August (1893-1974), Bildhauer
* 10.2.1893 Elberfeld, † 17.5.1974 Dortmund, verheiratet mit Lina-Ida Kranz, Vater von Sebastian und Katharina Kranz

August Kranz wurde in Elberfeld geboren und wuchs in Herborn auf. Nachdem er eine dreijährige Lehre zum Bildhauer absolviert hatte, studierte er für ein Semester von 1909 bis 1910 an der Kunstgewerbeschule in Straßburg. Zwischen 1912 und 1914 setzte er sein Studium an der Kunstgewerbeschule in Frankfurt am Main fort. Von 1915 bis 1918 diente er als Soldat im Ersten Weltkrieg. Ab 1921 studierte er an der Akademie für Bildende Künste in Berlin unter Ludwig Manzel und Edwin Scharff. Ab 1926 war er als freiberuflicher Bildhauer tätig. 1935 wurde er als Leiter der Steinwerkstatt und Lehrer für Akt- und Portraitmodellieren an die Hochschule für Bildende Künste in Berlin berufen. 1938 wurde er dort zum außerordentlichen Professor und Professor ehrenhalber ernannt. Ab 1945 arbeitete er als freiberuflicher Bildhauer für das Hochbauamt in Dortmund. 1958 wurde er Dozent für plastisches Gestalten an der Volkshochschule in Dortmund.

Quelle: http://gesichter-des-dka.gnm.de/content/mdc_person7f4f
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  • Kranz, Kaspar (1879-1965), Dompropst
* 31.8.1879 Trittenheim, † 30.9.1965 Trittenheim

Sohn von Clara Schumacher (aus Baumholder) und Matthias Joseph Kranz, dessen Vorfahren in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts aus Neumagen nach Trittenheim zogen. Nach dem Besuch der Volksschule wechselte er an das Trierer Konvikt und besuchte dort das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, an dem er zu Ostern 1901 sein Abitur ablegte. Nach den theologischen und philosophischen Studien am Trierer Priesterseminar erhielt er 1905 die Priesterweihe. Seine Primiz feiert der Neupriester am 11. April 1905 in Trittenheim. Sein seelsorgliches Wirken als Kaplan beginnt er in Wittlich (bis 1908), wo er sich vehement für die Zentrumspartei einsetzte. Von dort wurde Kranz als Religionslehrer nach Koblenz an die Ursulinenschule versetzt, wo er zugleich die Aufgaben des Rektors wahrnahm. Weitere Stationen als Pfarrer sind ab November 1918 Gillenfeld und von November 1921 an Bad Kreuznach. Dort wurde er 1926 zunächst zum Definitor gewählt, bevor er im Oktober des folgenden Jahres das Amt des Dechanten des Dekanates Kreuznach antritt. Seine Ernennung zum Domkapitular in Trier erhielt er Ende 1935, in dieses Amt eingesetzt wurde er aber erst im Februar 1936. Wenige Wochen später folgte die Ernennung zum Geistlichen Rat. Seit 1937 fungierte er als Berichterstatter des Diözesanverwaltungsrates, seit 1941 als Prosynodalexaminator des Bischofs. Im Februar 1942 geriet er wegen Verbreitung der '30 Programmpunkte der nationalen Reichskirche Deutschlands' in die Klauen der Gestapo und wurde verhört. Im September 1944 wird ihm das hohe Amt des Dompropstes übertragen und seit 1947 trägt er den Titel Päpstlicher Hausprälat. Aus Anlaß seines goldenen Priesterjubiläum wurde Kaspar Kranz 1955 mit dem Titel Apostolischer Protonotar bedacht und erhielt im gleichen Jahr für seine Verdienste vom Bundespräsidenten Theodor Heuss das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Besondere Verdienste erwarb er sich um den Trierer Dom, der im Zweiten Weltkrieg schwere Schäden erlitten hatte und um deren Behebung er sich so intensiv eingesetzt hatte, dass der Dom schon am 1.11.1946 wieder ganz in Dienst gestellt werden konnte. Als Dank für seine Fürsorge widmete ihm die Trierer Mundartdichter Cläre Prem 1960 ein Gedicht „Dän Dum öß widder ganz“ zu seinem Namenstag. Schon 1958 hatte die Stadt Trier ihm als einem der ersten das neu geschaffene Ehrensiegel verliehen. In Trittenheim ist sein Name mit dem 1947 geschaffenen Kreuzweg des Trierer Kriegsheimkehrers Josef Engel verbunden, der heute entlang der Weinberge zur Laurentiuskapelle führt. Als Kaspar Kranz am 30. September 1965 starb, wurde in einer großen Zahl von Nachrufen auf seine große Bedeutung als Seelsorger, Politiker und Mensch hingewiesen.

Quelle: http://www.chronik-trittenheim.de/besondere-personen/kennen-sie/kaspar-kranz/
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  • Kranz, Gene (1933-), ehem. NASA-Flugdirektor
* 17.8.1933 Toledo (Ohio, USA), verheiratet mit Marta Cadena

Eugene Francis „Gene“ Kranz ist ein ehemaliger NASA-Flugdirektor während der Gemini- und Apollo-Programme.

Kranz, der einen deutschen Großvater hatte, verlor seinen Vater bereits im Alter von sieben Jahren. Nach seiner schulischen Ausbildung auf dem Parks College in St. Louis, Missouri, die er 1954 mit dem Bachelor als Flugingenieur abschloss, ging er zur US Air Force. Dort machte er seine Pilotenausbildung, leistete Dienst in Korea und gelangte bis in den Rang eines Captain. In Zusammenarbeit mit der McDonnell Aircraft Corporation führte die Air Force 1955 bis 1958 Testflüge durch. Gene Kranz kam auf diesem Weg zur Holloman Air Force Base in New Mexico, wo diese Kooperation für Raketentestflüge bis 1960 fortgesetzt wurde.

1960 unterzeichnete Gene Kranz seinen Kontrakt mit der NASA. Ab sofort gehörte er der Flugkontrolle im Langley Research Center in Hampton, Virginia, an. Er stieg zum stellvertretenden Direktor der Flugkontrolle für das Mercury-Programm auf und wurde 1964 der Flugdirektor für das Gemini-Programm in der neuen Flugleitzentrale in Houston.

Die verschiedenen Schichten in der Flugleitung wurden mit Farben bezeichnet, und Kranz leitete das „weiße Team“. Charakteristisch für ihn war, dass er während der Flugleitung stets Westen trug, die seine Frau für ihn nähte.

1968 wurde ihm die komplette Flugkontrolldivision unterstellt und er wurde Flugdirektor für das Apollo-Programm. Im April 1970 war Kranz während der Apollo-13-Mission maßgeblich an der Rettung der drei Astronauten Jim Lovell, Jack Swigert und Fred Haise beteiligt. Auch die danach stattfindenden Skylab-Flüge unterstanden seiner Kontrolle.
Von 1974 bis 1983 war Kranz stellvertretender Flugdirektor für die STS-Missionen und von 1983 bis 1994 deren Direktor. Nach Abschluss des Shuttle-Fluges STS-61 ging Kranz in den Ruhestand. Er wurde für seine Verdienste mit der Presidential Medal of Freedom ausgezeichnet.
 

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Gene_Kranz
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