Die Kranz'sche Sippe
  Oberjaeger Kranz
 
Oberjäger
Wilhelm Kranz aus Uelzen

In der Nacht vom 23./24. Juni (1916) geht abermals eine Patrouille der 1.Komp. gegen die Marmolatascharte (2910m) vor und richtete sich auf deren Westpfeiler zur Verteidigung ein. An ihr nahmen teil: Oberjäger Kranz als Führer, Gefreiter Hammer und die Jäger Klahr, Gunder, Hofmann, Hamberger, Metzger, Fränzel, Schlech, Rinne, Wittemer, Mittag und Elsner, außerdem Dr. Wandel. – Die Patrouille wird gegen 3.30 Uhr morgens vom Marmolatawestgrat her unvermutet aus einer Entfernung von etwa 150 Meter beschossen und muß, da sich der Feind in einer unfassbaren Stellung eingenistet hat, unter Verlust von 3 Toten (Kranz, Fränzel, Elsner) mit 4 Verwundeten absteigen. Die Toten konnten zunächst nicht geborgen werden. Alle Versuche – selbst mit Roter Kreuzflagge – scheiterten am Feuer der Italiener.

 
In der Nacht vom 15. auf 16. August gelang es dem Ltn. Kälberer der 3./IV mit Hilfe des Oberjägers Kraus und der Schützen Horn, Frey und Röther die Gefallenen an der Marmolatascharte unter größten Schwierigkeiten zu bergen. Sie waren nach 6 Wochen noch so frisch, wie wenn sie eben erst gefallen wären. Das Eis hatte sie konserviert.
Sorgsam wurden sie in die Blumen der Almwiese von der Ciamorcia-Feldwache gebettet und mit Almrosen geschmückt. Der Feldgeistliche, der gerade im Tale anwesend war, kam herauf und segnete sie. Sonnenlicht floss um alle Gipfel, blau leuchtete der ewige Gletscher. In den Herzen der Kameraden aber war Trauer und Abschiedsweh.
Mit allen militärischen Ehren wurden sie nach Alba gebracht, um dort neben anderen Gefallenen beigesetzt zu werden. Die Mannschaften, welche in Ruhe waren, bildeten, da es Nacht geworden bis der Transport ankam, mit Fackeln Spalier. Der Beerdigung wohnte der Brigade-Kommandeur, Oberst von Below, der mit seinem Stab von Canazei herübergekommen war, bei. Im friedlichen Schatten des Bergkirchleins von Alba, auf das die Berge in ewiger Pracht herniederschauen, ruhen sie nun, sie, die ihr Leben geopfert für das heilige Land Tirol.


 
Quelle: Rango, Ralf von: Das Jäger-Regiment Nr. 3, Oldenburg i.O., Stalling, 1929, S.95-98



 
   
 
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